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Ein großes und schnell wachsendes Arbeitsfeld für
Wirtschaftspsychologen ist die Markt- und Meinungsforschung. In den
letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz in dieser Branche auf über 18
Milliarden Euro verdoppelt. Europa ist mit derzeit mehr als 40% des Weltmarktes
der mit Abstand wichtigste Marktforschungsmarkt. Entsprechend dominant sind
europäische Marktforschungskonzerne. Deutschland ist international vorne mit
dabei. So bietet München mit TNS-Infratest (Nummer zwei weltweit) und vielen
anderen zahlreiche Arbeitsplätze. Die GfK (Nummer vier weltweit) ist in
Nürnberg ansässig. Auch zahllose kleinere spezialisierte Unternehmen bieten
interessante Arbeitsplätze in diesem Bereich.
Wenn die Psychologie auf irgendeinen Beruf vorbereitet, dann vor allem auf die
Marktforschung. Die hohe methodische Kompetenz von Psychologen bei der
Auswertung und Interpretation von Daten ist hier ebenso erforderlich, wie die
Fähigkeit Fragen und Fragebögen erstellen und beurteilen zu können. Gerade im
Bereich, der zunehmend nachgefragten qualitativen Methoden wie Fokusgruppen
oder nondirektive Interviews, liegt eine psychologische Kernkompetenz. Darüber
hinaus werden von Marktforschungsunternehmen vermehrt fertige 'Tools'
eingesetzt. Diese werden häufig von Psychologen entwickelt. Das Wissen im
Bereich Testkonstruktion kann hier sehr gut eingesetzt werden.

Abbildung: Marktforschung
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Wirtschaftspsychologen machen häufig Karriere im
Marketingbereich. Ein Grund dafür ist der starke Wettbewerb und die verstärkte
Marktorientierung von Unternehmen. Auch werden wirklich objektivierbare
Unterschiede zwischen Angeboten geringer und können schneller imitiert werden.
Die zentrale Bedeutung von Kunden und anderen Zielgruppen und ihrem Verhalten
für den Unternehmenserfolg wird in der Praxis daher zunehmend bewusst.
Daher kommt der Bedeutung von psychologischen Kenntnissen eine deutliche
Bewegung des Marketings in psychologische Bereiche zugute. Nahezu alle
aktuellen und 'großen' Themen im Marketing sind stark psychologisch orientiert:
dazu zählen z.B. die Bereiche Kundenzufriedenheit und Kundenbindung,
Markenführung und Markenwert, Beziehungen mit Kunden, Konsumentenverhalten und
Entscheidungsprozesse im B2B-Bereich. Systeme zum Sammeln und Auswerten von
Kundendaten (Datamining) werden immer komplexer.
Hier haben Psychologen durch ihre hohe methodische Kompetenz und den
wissenschaftlichen Hintergrund entscheidende Vorteile. Viele Verfahren, die in
den Unternehmen und der Betriebswirtschaft an Bedeutung gewinnen (etwa die
faktorenanalytischen Verfahren), stammen aus der Psychologie. Dieser
Wissensvorsprung ist gefragt und zahlt sich aus.

Abbildung: Marketing
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Medien und Kommunikation als Berufsweg
für Wirtschaftspsychologen. Auch in der Medien- und Kommunikationsbranche
besteht ein wachsender Bedarf an der Psychologie als Wissenschaft vom Erleben
und Verhalten. Schließlich soll Kommunikation sich auf das Erleben und
Verhalten von Zielgruppen in der gewünschten Weise auswirken. Die konkreten
Tätigkeiten können dabei sehr unterschiedlich sein: Von der strategischen Planung
und Konzeptentwicklung in Werbe- und Kommunikationsagenturen über den Bereich
der Unternehmenskommunikation bis zur Programmentwicklung und Gestaltung bei
Medien.
In all diesen Feldern ist das Wissen um das menschliche Erleben und Verhalten
von hoher Relevanz. Zudem sind zur Gestaltung und Überprüfung der Wirkung von
Kommunikation fundierte psychologische und methodische Kenntnisse entscheidend.

Abbildung: Kommunikation
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Ein klassisches Arbeitsfeld für Psychologen ist
der Personalbereich.
Beim Personal geht es einmal um die Auswahl der geeigneten Personen für
Einstellung und Personalabbau, die Zuordnung der Personen zu den geeigneten
Stellen und Tätigkeiten und die Weiterentwicklung des Personalbestandes.
Für diese Anforderungen sind psychologisches Fachwissen und insbesondere
methodische und diagnostische Kompetenz von hoher Bedeutung. Derzeit streben
Unternehmen in Deutschland meist den Abbau von Personal an und investieren
wenig in Aufbau oder Entwicklung des Bestandes. Doch werden gerade
hochqualifizierte Arbeitnehmer als wichtige Ressource betrachtet. Zudem wird
Personal in anderen Ländern rasch aufgebaut. Vor diesem Hintergrund empfehlen
sich interkulturelle Kenntnisse und Mobilität. Begriffe wie 'Human Resources'
oder 'Humankapital' verdeutlichen die Dominanz der Betriebswirtschaft und ihrer
strategischen, wertschöpfungsorientierten Perspektive in diesem Feld.
Entsprechende betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind also von großem Vorteil.
Nicht zu Übersehen ist ebenfalls die enorme juristische Reglementierung des
Arbeitsmarktes. Diese strebt mit den neuen 'Antidiskriminierungsoffensiven' der
EU immer extremere Ausmaße an. Vor diesem Hintergrund bewegen sich zahlreiche
Juristen im Personalbereich und Kenntnisse des Arbeitsrechtes sind von hohem
Nutzen.

Abbildung: Personal
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Arbeit und Organisation als traditionelle
psychologische Handlungsfelder. Die Anpassung von Arbeit und Individuum zur
Steigerung von Zufriedenheit, Motivation, Gesundheit und Leistung ist ein klassisches
psychologisches Handlungsgebiet. Eng damit zusammen hängen Aspekte der Führung
und Organisation sowie die psychologische Begleitung von Veränderungsprozessen.

Abbildung: Organisation
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HMI (Human-Machine-Interaction) und Kognitive
Ergonomie sind ebenfalls wachsende Berufsfelder für
Wirtschaftspsychologen. Hier werden gleichsam Bereiche von Markt- und Konsumentenpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie berührt.
Immer anspruchsvollere und komplexere Produkte
unterscheiden sich zunehmend weniger in den technischen Eigenschaften.
Usability und Ergonomie sind damit ein wesentliches Differenzierungsmerkmal für
Homepages, Software und Hightechprodukte.
Auch bei der Arbeit findet eine zunehmende Technisierung statt, müssen Menschen immer enger mit Maschinen kooperieren.
Kenntnisse über Erleben und Verhalten der Menschen sind hier erfolgsentscheidend.

Abbildung: Mensch-Maschine Interaktion
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Coaching und Trainings als Berufsweg. Vielleicht
das lukrativste Arbeitsfeld für Psychologen sind Coaching und Trainings für
Führungskräfte und andere Personen. Zentrale Anforderungen im Management wie
Mitarbeiterführung, Gestalten von Gesprächen und Kommunikation sowie die
Karriereplanung und Persönlichkeitsentwicklung, haben starke psychologische
Komponenten.
In diesem Feld gilt es allerdings einen entsprechenden 'Namen' zu haben, so
dass sich ein direkter Einstieg gleich nach dem Studium schwer gestaltet. Es empfiehlt
sich diese Option in einer späteren Phase der beruflichen Entwicklung zu
erwägen. Sinnvoll kann zunächst eine Promotion und entsprechende praktische
Erfahrung, etwa bei einer Unternehmensberatung, sein.

Abbildung: Coaching und Training
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Die wenigsten Studierenden schlagen eine
Karriere in Wissenschaft und Lehre ein. Das hat klare Ursachen: Derzeit sind die Bedingungen an den staatlichen Universitäten allgemein nicht sonderlich gut, was Arbeitsplatzsicherheit und Einkommen für den wissenschaftlichen Mittelbau anbelangt.
Allerdings erfreut sich die Markt- und Werbepsychologie wachsender Beliebtheit an Hochschulen und Universitäten. Entsprechende Angebote nehmen rasant zu.
Viele Hochschulen haben mittlerweile Wirtschaftspsychologie in das Lehrangebot aufgenommen. Insbesondere wächst die Zahl privater Anbieter, die Wirtschaftspsychologie in ihr Studienprogramm integrieren.

Abbildung: Wissenschaft