Wirtschaftspsychologische Gesellschaft

Wissenschaftliche Marketingberatung und Portal fuer Marktpsychologie

Startseite > Fachtexte > Markforschungsfeld > 7. Entwicklung der deutschen Marktforschungsbranche
Registrierung | Login | Impressum
7. Entwicklung der deutschen Marktforschungsbranche E-Mail

Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt. Dies zeigt sich bei einem Blick in den Global Market Research Report der ESOMAR 2007 im europäischen Ländervergleich. Bei denjenigen Ländern, die nach Ihrem Marktanteil gerankt sind, belegt Deutschland im Jahr 2006 nach USA, Großbritannien und Frankreich Platz 4 auf dem Weltmarkt (vgl. ESOMAR, 2008, S. 75).


Die Wachstumsraten lassen ebenfalls die Stärke des deutschen Marktes erkennen. Im Vergleich der europäischen Länder verzeichnet Deutschland mitunter die größten Zuwächse. Während Großbritannien und Frankreich nur Nettowachstumsraten (Nettowachstumsraten sind im Vergleich zu absoluten Wachstumsraten bereits um die jährliche Inflationsrate des Landes bereinigt) von 0,8% bzw. 0,1% aufweisen, liegen diese für Deutschland bei guten 3,1%.

 

Dr. Raimund Wildner – Geschäftsführer GfK e.V.

„Das stärkste Land in Europa ist UK. Es hat allerdings nicht die stärksten Wachstumsraten. Deutschland wächst, während UK mehr oder weniger stagniert. Das liegt daran, weil viele amerikanische Firmen erst einmal auf den englischen Markt gehen, weil dort die Hemmschwelle viel geringer ist. Der zweitstärkste Markt ist dann Frankreich. Deutschland ist knapp dahinter drittgrößter und dann kommt mit großem Abstand Italien.“

 

Im folgenden wird die Entwicklung der deutschen Marktforschungsbranche anhand ihrer Umsätze und Mitarbeiterzahlen dargestellt.

Insgesamt umfasste das deutschlandweite Auftragsvolumen für Marktforschung im Jahr 2006 ca. 1.989 Millionen Euro (vgl. ADM, 2008). Vor zehn Jahren betrug es gerade einmal 900 Millionen Euro, so dass der Umsatz um mehr als das Zweifache angestiegen ist. Zahlen des ADM sind gute Schätzer für Entwicklungen, sind jedoch als Absolutwerte mit gewisser Vorsicht zu interpretieren, da sie von den Mitgliedsinstituten abhängen.


Umsatzentwicklung_der_deutschen_Marktforschungsbranche.jpg
Abbildung: Umsatzentwicklung der deutschen Marktforschungsbranche 1996 – 2006 (vgl. ADM, 2008)

 

 

Ein Blick auf die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen (siehe Abbildung 10) zeigt ebenfalls, dass die Branche in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist. 2006 waren insgesamt 13.283 Personen bei den Mitgliedsinstituten des ADM tätig. Dies entsprich im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg um 4,3% – im 10-Jahres-Trend einem Anstieg um 77,5%.


Entwicklung_der_Mitarbeiterzahlen_deutscher_Institute.jpg
Abbildung: Entwicklung der Anzahl in Deutschland beschäftigter Mitarbeiter von Instituten im ADM 1996 – 2006 (vgl. ADM, 2008)

 

In der gesamten Marktforschungsbranche kann seit Jahren ein massiver Trend zur Konsolidierung beobachtet werden.
Weltweit ist der Marktanteil der größten zehn Unternehmen der Marktforschungsbranche bereits 2006 bei über 50 Prozent des Gesamtmarktes gewesen.  


Marktanteile_Top10.png
Abbildung: Weltweiter Marktanteil der Top 10 Institute 2002 versus 2006 (vgl. ESOMAR, 2007, S. 8)

 

Dieser globale Konzentrationsprozess der Branche spiegelt sich natürlich auf dem deutschen Markt. 

 

Gerhild Abler – Sector Head Travel, Transport and Tourism, TNS Infratest

„Im Markt haben wir einen relativ starken Konzentrationsprozess. Also die großen werden immer größer und gehen dann auch noch zusammen. Das hat auch damit zu tun, dass sich unsere Kunden ja auch konsolidieren.

 

Wir stellen aber auch fest, dass es bei beiden Bereichen - qualitativ und quantitativ - nach oben geht. Im Sinne von, dass Marktforschung wächst. Nicht nur in unserem Unternehmen sondern die Branche allgemein wächst. Wir gehen auch davon aus, dass es weiter so bleiben wird. Denn Insights von Märkten und Kunden und Konsumenten-Verhalten ist etwas das immer stärker von Unternehmen nachgefragt wird, um sich erfolgreich in den Märkten zu bewegen."



 
<<   >>