Europa gehört zu den wichtigsten Märkten für die Marktforschung. Insgesamt erwirtschaftete der europäische Markt der EU15 Länder (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Niederlande, Schweden, Belgien, Finnland, Dänemark, Österreich, Griechenland, Portugal, Irland, Luxemburg) 2005 einen Jahresumsatz von 9.501 Millionen U.S. Dollar.
Großbritannien erzielt mit 2.369 Millionen Dollar Umsatz (24,9% des Gesamtmarktes) den höchsten Marktanteil innerhalb Europas. Deutschland belegt - fast gleichauf mit Frankreich – Platz drei im europaweiten Ranking. 23,2% aller Umsätze in Europa wurden 2005 in Deutschland erwirtschaftet. Die Niederlande und Italien besitzen nur einen geringen Marktanteil und spielen deshalb eine weniger bedeutende Rolle.
Die Wachstumsraten für die EU15 Länder fallen im Vergleich zu den neuen EU Mitgliedsstaaten (Polen, Tschechische Republik, Ungarn, Slowakische Republik, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Zypern und Malta) sowie dem übrigen Europa (Russland, Schweiz, Norwegen, Türkei, Ukraine, Rumänien, Kroatien, Bulgarien) recht gering aus. Während EU15 Länder Nettowachstumsraten von 1,8% erzielen, liegen diese für die neuen EU Mitgliedsstaaten bei 6,6% und für das andere Europa bei 15,5%. Ein Indikator dafür, dass diese Länder zunehmend an Bedeutung gewinnen werden und von der Marktforschungsbranche rapide erschlossen werden. Durch den Beitritt zur EU öffnen sich neue Märkte mit neuen Umsatzpotentialen. Die Abbildung zeigt den europäischen Markt für Marktforschung im Überblick.

Abbildung: Der europäische Markt für Marktforschung 2005 (vgl. ESOMAR, 2008, S. 75)
Auf dem Weltmarkt für Marktforschung ist Europa der größte und wichtigste Markt. Die Abbildung 12 zeigt, dass Gesamteuropa 43% aller Umsätze (24.618 Mio. U.S. $) erwirtschaftet. Einen weiteren bedeutender Markt stellt Nord Amerika (USA und Kanada) mit einem Umsatz von 8.884 Millionen U.S. $ und einem Marktanteil von 36% dar.

Abbildung: Der Weltmarkt für Marktforschung 2006 (vgl. ESOMAR, 2008, S. 74)
Im internationalen Kontext ist auch die Internationalisierung und Globalisierung der Marktforschungsbranche von Interesse.
Ein Auszug aus dem Interview mit Prof. Dr. Wildner erklärt die Bedeutung der Internationalisierung von Marktforschungsinstituten.
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Dr. Raimund Wildner – Geschäftsführer GfK e.V.
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„Die Internationalisierung von Marktforschungsinstituten spielt eine
wichtige Rolle. Die Bedeutung nimmt insofern zu, da immer mehr Firmen
international tätig sind. Die Unternehmen haben das Problem, dass Sie
Gelder zuordnen müssen, d.h. Entscheidungen treffen, in welches Land
welche Gelder investiert werden. Um diese Entscheidungen treffen zu
können, brauchen sie vergleichbare Daten. Wenn die Vergleichbarkeit
nicht gegeben ist, kann die Entscheidung nicht richtig getroffen
werden. Das führt dazu, dass immer mehr einheitliche Berichte
nachgefragt werden und das wiederum führt letztendlich dazu, dass es auch immer
mehr international agierende Firmen gibt.“
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Ein sehr guter Indikator für den Grad der Internationalisierung ist der Anteil an ausländischen Kunden, die Institute in einem Land haben.
Deutsche Institute haben mit einem Anteil von zweidrittel die meisten ausländischen Kunden. Die Internationalisierung ist hier am weitesten fortgeschritten, nur ein Drittel aller Kunden stammen noch aus Deutschland.
In Großbritannien ist das Verhältnis ausgeglichen. Dort teilt sich der Markt zu gleichen Teilen auf in- und ausländische Kunden auf, wohingegen Frankreich und insbesondere Italien die Mehrheit ihrer Kunden im Inland haben.

Abbildung: Anteil inländischer und ausländischer Kunden am Umsatz 2006 (vgl. ESOMAR, 2008, S. 83-84)
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