18. Mehrstufige Stichprobenauswahl und kombinierte Verfahren

Die Auswahl von Elementen aus der Grundgesamtheit allein durch die Zufallsauswahl ist wegen unzureichender statistischer Ausgangslisten, der Größe der Stichprobe aber auch der großen regionalen Streuung der zu untersuchenden Grundgesamtheit häufig nicht möglich. Deshalb ist es in der Marktforschung sehr oft sinnvoll, die soeben vorgestellten Grundtypen von Auswahlverfahren zu erweitert oder auch miteinander zu kombinieren. Hieraus entstehen mehrstufige und kombinierte Verfahren.

 

Bei den mehrstufigen Verfahren werden nacheinander mehrere Zufallsziehungen durchgeführt. Zunächst wird eine Zwischenstichprobe aus der Grundgesamtheit gezogen. Aus dieser Zwischenstichprobe wird dann die endgültige Stichprobe entnommen.

 

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Abbildung: Mehrstufige Auswahlverfahren
Mehrstufige Verfahren können ebenfalls aus verschiedenen Auswahlverfahren (Klumpenauswahl, geschichtete Auswahl etc.) kombiniert werden.
Kombiniert heißen Verfahren, wenn auf den einzelnen Auswahlstufen unterschiedliche Auswahlverfahren herangezogen werden. Dies bedeutet z.B. in der Praxis, dass die Grundgesamtheit zunächst in Klumpen (z.B. Vertriebsniederlassungen) eingeteilt wird. Die Zwischenstichprobe liegt somit ebenfalls in Form einer Auswahl von Klumpen vor. Im letzten Schritt werden dann die endgültigen Zielpersonen gezogen – das bedeutet aus jeder Niederlassung wird ein Verkäufer befragt.
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Abbildung: Kombinierte Auswahlverfahren

 

Ein Blick in die Abbildung verdeutlicht, dass bei diesem kombinierten Verfahren Elemente in kleinen Klumpen bessere Chancen haben, ausgewählt zu werden, als Elemente in größeren Klumpen. Das kann statistisch durch unterschiedliche Gewichtung von Auswahlwahrscheinlichkeiten kontrolliert werden.

 

Fazit: Die Wahl der Erhebungsform sollte unbedingt unter Beachtung des Forschungsvorhabens und der gewünschten Informationsqualität sowie von Zeit- und Kostenbeschränkungen erfolgen. Daher wird in der Praxis oft auf eine Kombination von verschiedenen Methoden zurückgegriffen, um die Vor- und Nachteile der einzelnen Formen auszugleichen.