|
In Unternehmen werden fortlaufend Entscheidungen getroffen: Sei es über
den Eintritt in neue Geschäftsfelder, Aktivität in bestimmten
geographischen Regionen, die Entwicklung eines Produktes, den Aufbau
von Kapazitäten und Kompetenzen, wie viel in eine Werbekampagne
investiert werden sollte, welche Botschaften an Kunden kommuniziert
werden sollten oder eine Vermarktungsstrategie. Unternehmerisches
Handeln kann entsprechend als Kette von Entscheidungen betrachtet
werden. Optimale Entscheidungen sind daher die Grundlage für den
unternehmerischen Erfolg im Wettbewerb. Die Reduzierung von Risiko in
Entscheidungen ist daher die wichtigste Herausforderung für
Unternehmen.

Abbildung: Entscheidungen
Für Entscheidungen ist Information eine
wichtige Basis. Information hilft Chancen und Risiken zu erkennen, sie
kann als Basis für zielführende Entscheidungen gesehen werden. In
einigen zentralen Bereichen wie den eigenen Kunden und deren
Bedürfnissen und Konsumverhalten, der Produktlinie und den
Wettbewerbern wird man permanenten Informationsbedarf haben.
Management kann insgesamt als Sequenz aus Analyse der Situation im Unternehmen
und in der Umwelt des Unternehmens, der darauf aufbauenden Entwicklung
von Zielen, Planung zur Zielerreichung, Umsetzung der Pläne und
Erfolgskontrolle gesehen werden. Bei allen diesen Schritten sind
Entscheidungen zu treffen. Je besser die Verantwortlichen Entscheider
in Unternehmen ihre Entscheidungen treffen, desto erfolgreicher wird
ein Unternehmen sein.

Abbildung: Marketing-Information als Teil der Business-Information
Als anschauliches Beispiel, wie viele bedeutsame Fragen und Entscheidungen im Marketing auftreten, kann die Entwicklung eines neuen Produktes betrachtet werden.
Beispiel: Fragen bei der Entwicklung eines neuen Produktes
|
|
Im folgenden nur einige der Fragen, die bei der Entwicklung eines neuen Produktes auftreten.
Es wird schnell klar, wie wesentlich Information ist, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.
-
Gibt es eine entsprechende Nachfrage im Markt für das Produkt?
-
Wer sind potenzielle Kunden für das neue Produkt, wie groß ist das Marktpotenzial?
-
Welches Design hat die höchste Akzeptanz?
-
Welche Materialien sollten verwendet werden?
-
Welche Qualitätsansprüche haben die Kunden?
-
Welche Wettbewerber bzw. Substitutionsprodukte gibt es aus Kundensicht?
-
Wie steht das Produkt im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten da?
-
Wird das Produkt mit dem bisherigen Produktprogramm harmonieren?
-
Unterstützt das Produkt die Marke?
-
Wie sollten die Verpackung gestaltet werden?
-
Was sind die zentralen Verkaufsargumente in der Kommunikation?
-
Welchen Preis sollten wir ansetzen?
|
Alle diese Entscheidungen sind mit Unsicherheit behaftet. Wir können
uns nie sicher sein, dass das neue Produkt erfolgreich sein wird.
Werden schlechte Entscheidungen getroffen, kann das die Konsequenz haben, das Chancen versäumt werden und Risiken entstehen.
Ein Fallbeispiel verdeutlicht das.
Praxisfall: Schweizer Uhrenindustrie
|
|
Die Erfindung der Quarzuhr hat in der Schweiz stattgefunden. Dennoch wurde die Chance zur Vermarktung nicht genutzt. Man hatte Angst das eigene Geschäft mit mechanischen Uhrwerken damit anzugreifen und dachte nicht daran, dass diese Technologie große Nachfrage haben würde.
Die Chance wurde entsprechend von japanischen und koreanischen Unternehmen genutzt, die damit sehr erfolgreich in den Markt eintraten.
Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie aus mangelndem Verständnis von Kunden und Wettbewerbern Chancen nicht genutzt werden.
So nutzte Siemens die bereits 1956 vom Erfinder Rudolf Hell vorgestellte Technologie des Telefax nicht, überließ anderen das Feld. 20 Jahre später machten vor allem Unternehmen aus Fernost ein gutes Geschäft mit der Technologie. Ähnliches gilt für den Farbscanner, dessen Potenzial ebenfalls nicht erkannt wurde und ein Gerät, das viel später von Sony unter dem Namen Walkman ein Welterfolg wurde.
Neuere Beispiele für nicht richtig erkannte Marketingchancen sind die MP3 der Fraunhofer-Gesellschaft und der Hybridantrieb, der bereits in den Siebzigern funktionsfähig in Deutschland war.
|
Für gute Entscheidungen brauchen Unternehmen Information, die Business-Information genannt wird und in entsprechenden Systemen möglichst aktuell den Entscheidern zur Verfügung gestellt wird. Marketing-Information ist nur ein Teil der
benötigten Business-Information, neben Informationen zu Finanzen,
Personal, politischen Rahmenbedingungen, rechtlichen Aspekten und
anderen Feldern.
Entscheidungen, die Marketingfragestellungen berühren, finden besonders
statt um den Marketingmix von Angebot, Preis, Kommunikation und Distribution
aber auch darüber hinaus im Bereich Kundenmanagement oder allgemeiner
Marktentwicklungen.

Abbildung: Marketing-Information als Teil der Business-Information
Der Ausgangspunkt für den Beginn eines Marktforschungsprozesses ist das Vorhandensein eines Informationsdefizits.
In der Regel fehlen dem Unternehmen wichtige Daten, die als
Entscheidungshilfe nötig sind, z.B. für die Lösung eines
Absatzproblems. Einer der Wege diese Marketinginformation zu beschaffen
ist Marktforschung. Mit
Marktforschung ist es möglich, wichtige Marketing-Informationen zu gewinnen,
Unsicherheiten zu reduzieren und Entscheidungsprozesse zu vereinfachen
und zu optimieren. Die gewonnene Marketinginformation ist eine
wertvolle Basis für Unternehmen, die eng mit der Unternehmensstrategie
und Marketingstrategie verbunden ist.
|