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Bei der Gewinnung von Marketinginformation stehen die Nutzung von Sekundärdaten oder die Erhebung von Primärdaten als Möglichkeiten im Raum. Bei jeder Art von Informationsbeschaffung sollte nach Möglichkeit zunächst nach bereits vorhandenem Datenmaterial
gesucht werden. Diese Art der Erhebung wird als Sekundärforschung (Desk
Research) bezeichnet. Im Unterschied zur Primärforschung wird hier auf
Daten zurückgegriffen, die bereits für ähnliche oder auch ganz andere
Zwecke erhoben wurden.
In vielen Fällen spart die Zeit und Mühe, die
in die Recherche von Sekundärdaten investiert wird, sehr großen
Aufwand, den man sonst mit der Primärerhebung vergleichbarer
Informationen hätte.

Abbildung: Vorteile und Nachteile von Sekundärdaten
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Sekundärdaten haben eine Reihe von Vorteilen.
So werden Kunden nicht behelligt, die Daten sind sehr schnell verfügbar
und die Investitionen an Kapital und Personalressourcen sind sehr
gering.
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Nachteile von Sekundärdaten sind,
dass sie meist nicht mehr aktuelle sind, selten wirklich die
Information sind, die man für die Entscheidung braucht, die Qualität
oft nicht überprüfbar oder mangelhaft ist oder die Daten in einem
anderen Kontext (z.B. im Ausland) gewonnen wurden und die
Übertragbarkeit auf die konkrete Fragestellung somit zweifelhaft ist.

Abbildung: Vorteile und Nachteile von Primärdaten
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Die Nachteile der Sekundärdaten sind die Vorteile der Primärdaten: Hohe Aktualität, gute Passung zur Fragestellung und zum Fragekontext, direkter Einfluss auf die Datenqualität.
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Primärdaten haben auch Nachteile. Diese liegen im hohen Ressourcenbedarf: Personal, Zeit und Geld.
Sekundärdaten und Primärdaten haben also entsprechend komplementäre
Vorteile und Nachteile. Eine kombinierte Nutzung ist daher
empfehlenswert. Selbst wenn eine Primärerhebung notwendig sein sollte,
dienen
Sekundärdaten oft zur Einarbeitung in die Materie, um sich einen ersten
Überblick zu verschaffen und aufmerksam auf wichtige Themen zu werden.
Exkurs: Meta-Analyse
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Der Begriff und seine Vorgehensweise wurden geprägt von Glass (1976).
Die Meta-Analyse als Forschungsprozess auf einer höheren Ebene hebt
sich ab von der Primärforschung der Original Untersuchung und der
Sekundärforschung, der reinen Literatur-Recherche.
Unter Meta-Analyse versteht
man die statistische Analyse der Ergebnisse von mehreren
Einzel-Studien, also letztendlich die Analyse von mehreren Analysen.
Dieses Verfahren ist den quantitativen Methoden zuzuordnen und bildet
das Gegenstück zu qualitativen Inhaltsanalysen. Ergebnisse mehrerer
Studien werden zusammengetragen und es wird versucht, diese zu
generalisieren. So können auch sich widersprechende Ergebnisse
miteinander verglichen und Lösungen für den Widerspruch gefunden
werden. Einzelne Studien können in einer Meta-Analyse als Elemente
einer Stichprobe begriffen werden. Meta-Analysen dienen dem Überblick
über den Stand der Forschung. Sie geben Aufschluss über noch fehlende
und unklare Forschungsfragestellungen und regen so die weitere
Entwicklung der Forschung auf dem jeweiligen Gebiet an.
Daher ist ihre Darstellung und eine Zusammenfassung der Ergebnisse für die Gewinnung von Überblicken sinnvoll.
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Abbildung: Meta-Analyse
Doch wie ist die Nutzung von Primärdaten und Sekundärdaten in der Praxis?

Abbildung: Anteil der Marktforschungsumsätze in Deutschland nach Daten 2006 (vgl. ESOMAR, 2008, S. 89)
Mit einem Umsatzanteil von 1% sind Sekundärdaten extrem niedrig nachgefragt.
Allerdings muss dieser niedrige Wert nicht viel über die tatsächliche Bedeutung von Sekundärdaten aussagen. Sekundärdaten erzeugen nur geringe Marktforschungsumsätze, da diese meist von Unternehmen selbst
erhoben werden und zum anderen die Bereitschaft dafür viel zu zahlen gering ist.
Real sind Sekundärdaten eine nicht unerhebliche Informationsquelle, was alleine im Umsatz nicht zum Ausdruck kommt.
Betrachtet man die Entwicklungen der letzten fünf Jahre, so ist ebenfalls zu erkennen, dass die Nachfrage nach Sekundärdaten sich auf einem
konstanten sehr niedrigen Umsatzniveau von 1% befindet.

Abbildung: Entwicklung der Marktforschungsumsätze nach Daten in Deutschland von 2002 bis 2006 (vgl. ADM, 2008)
Im Ländervergleich ist deutlich zu erkennen, dass der Anteil quantitativer Primärdaten (92%) in
Deutschland am höchsten ist. In Frankreich, Japan und USA werden ca. 85% der gesamten Umsätze durch quantitative Primärdaten erzielt. In Großbritannien sind es noch einmal 5% weniger.
Der Anteil an Sekundärforschung in Großbritannien ist mit 8% der
höchste.
Insbesondere in diesen Ländern bestehen sehr vielfältige
Marktforschungsinformationen, auf die zurückgegriffen werden kann, da
es Lead-Markets der Marktforschungsbranche sind. Dazu kommt, dass die
meisten wissenschaftlichen Publikationen, auf die zurückgegriffen
werden kann, ebenfalls englischsprachig sind.

Abbildung: Weltweite Marktforschungsumsätze nach Datenart 2006 (vgl. ESOMAR, 2008, S. 89-90)
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