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Die Rekrutierung der Teilnehmer für Gruppendiskussionen findet abhängig vom Forschungsziel
nach soziodemografischen Merkmalen wie Geschlecht, Alter, Familienstand, sowie weiteren Quotenmerkmalen wie zum Beispiel
Lifestyle statt.
In erster Linie sollte darauf geachtet werden, dass alle Teilnehmer eine nachweisbare Beziehung zum Thema
haben. So sollten zu einer Diskussion zum Thema Politfernsehsendungen
auch diejenigen eingeladen werden, die diese Art von Sendungen kennen
und sehen.
Diese Teilnehmer können zudem homogen oder heterogen
zusammengestellt werden. Homogene Gruppen sind Gruppen, die nach einem
oder mehreren gemeinsamen Merkmalen ausgewählt werden, zum Beispiel
zehn Patienten, die dasselbe Medikament einnehmen. Heterogene Gruppen
sind hingegen Gruppen, die unterschiedliche Positionen einnehmen, zum
Beispiel fünf Patienten, die das Medikament X einnehmen und fünf
Patienten, die kein Medikament einnehmen. Durch eine homogene
Zusammenstellung der Teilnehmer wird meist eine Gruppenmeinung
vertreten, aus der sich lediglich eine Bestätigung oder eine weitere
Ergänzung des schon vorhandenen Meinungsbildes ergibt. Bei der
heterogenen Zusammenstellung entwickeln sich hingegen meist rasch
unterschiedliche Meinungen und Standpunkte. Einstellungen werden in der
Gruppe hinterfragt und neu gebildet. Es kann abgeschätzt werden, wie
kollektive Informationsverarbeitung auch außerhalb der Gruppe im Feld
stattfinden wird.
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Anke Bathelt – Projektleiterin, klare Antworten GmbH / TNS Infratest
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„In
der Praxis werden die Gruppen oft aufgrund ihrer Produktaffinität
unterschieden. Je nachdem ob der Auftraggeber Heavy-, Light- oder
potenzielle User künftig ansprechen will, können so Unterschiede
zwischen den Zielgruppen erkannt werden und in realistische
Handlungsempfehlungen umgesetzt werden.“
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Daneben gibt es die Unterscheidung zwischen künstlichen und natürlichen
Gruppen. Natürliche Gruppen sind auch außerhalb der Laborsituation eine
Gruppe, zum Beispiel Mitarbeiter einer Abteilung. Künstliche Gruppen
kennen sich außerhalb der Laborsituation nicht. Vor- und Nachteile
haben beide Konstellationen. Persönliche Bekanntschaften können den
Redefluss hemmen, andererseits könnten die Teilnehmer in heterogenen
Gruppen zu unterschiedlich sein oder Anlaufschwierigkeiten haben. Bei
der Entscheidung, homogene oder heterogene Gruppen zu bilden, sollte
bedacht werden, welches Ziel verfolgt werden soll. Homogenen Gruppen
liefern Aufschluss darüber, was für eine bestimmte Gruppe (etwa Heavy-User) gilt. Durch heterogene Gruppen kann in Erfahrung gebracht werden,
wo die stärksten Unterschiede liegen (etwa zwischen Verwendern und
Nicht-Verwendern).
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