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Wirtschaftspsychologie hat sich nicht immer mit dem Erleben von Individuen beschäftigt. In Zeiten des Behaviorismus, der von einfachem Reiz-Reaktions Lernen ausging, beschränkte man sich auf die Erfassung von Stimuli (Reizen) und Verhaltensreaktionen.
Diese Entwicklung der gesamten Wirtschaftspsychologie kann das Beispiel der Marketingpsychologie exemplarisch verdeutlichen.
Zunächst ging die Marketingpsychologie beeinflusst durch die
psychologische Schule des Behaviorismus pragmatisch an die
Herausforderung heran, Marketinginvestitionen mit Kundenverhalten zu
verknüpfen: Es wurde nur jeweils der Marketingstimulus und die
Verhaltensreaktion untersucht. In der Regel wurden Marketingstimuli wie
Produktgestaltung, Kommunikationsmaßnahmen, Preise oder
Vertriebsansätze direkt mit Verhaltensreaktionen wie Kauffrequenz,
Kaufmenge, Informationssuchverhalten oder Kommunikationsverhalten von
Personen verknüpft. Psychologische Variablen hielt man in dieser
Konstellation für überflüssig, da man sie nicht direkt erheben konnte.
Konsequent bezeichnete man das Erleben von Menschen als Black Box.
Im Zuge eines solchen einfachen S-R Modelles (Signal-Reaction)
untersuchte man beispielsweise Schaltungen von Werbung und
Veränderungen in der Kauffrequenz und Kaufmenge. Die Ernüchterung auf
diesen direkten Ansatz kam schnell. Es ließen sich keine eindeutigen
Ergebnisse finden. Manchmal führte die erhöhte Schaltung von Werbung zu
höherem Absatz, manchmal nicht, manchmal führte eine Preissenkung zu
geringerer Kauffrequenz manchmal zu höherer Kauffrequenz.
Abbildung: S-R Modell
Als Konsequenz wurde das S-R Modell um psychologische Inhalte
erweitert, die kognitive Komponente mit einbezogen. Man betrachtete in
einem S-O-R Modell
zusätzlich Variablen des Organismus, also des Menschen, um besser
erklären zu können, wie Marketingstimuli auf das Verhalten wirken. So
konnte man beispielsweise zeigen, dass Werbewirkung auf den Absatz
nicht nur von der Schaltung der Werbung an sich, sondern vor allem von
den psychologischen Wirkungen wie Produkteinstellungen,
Kaufbereitschaft und Lerneffekten abhängt.
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